An unser Volk und die Öffentlichkeit
Mit dem Ziel unsere
Partei zu zerstören und die kurdische nationale demokratische Bewegung
unter Druck zu setzen, haben in der letzten Zeit die an dem internationalen
Komplott beteiligten Kräfte ihre Angriffe gegen unsere Partei und unser
patriotisches Volk verstärkt.
In diesem Rahmen
wurde in der Türkei und in Südkurdistan systematisch gegen kurdische
Organisationen, allen voran die HADEP, gegen Zeitungen, Vereine, Kultureinrichtungen
vorgegangen. Zusammen mit der KDP und der PUK setzt die türkische Armee
ihre seit April andauernde Militäroperation gegen unsere Volksverteidigungskräfte
im Norden und Süden Kurdistans fort. In diesem Zusammenhang kam es in
der letzten Woche in den Gebieten Gare, Haftanin, Metina, Oramar und
Qalatuka zu Gefechten. Wie wir beobachten mussten, nahmen parallel dazu
die staatliche Repression gegen kurdische Einrichtungen und Organisationen
in der Bundesrepublik Deutschland zu. Eine große Anzahl kurdischer Vereine
und Wohnungen wurden willkürlich durchsucht und viele Patrioten festgenommen.
Als letztes Beispiel ist die Razzia in einem Verein zu nennen, der Kriegsopfern
Hilfe leistet. Dabei wurde ein beidseitig beinamputierter Patriot festgenommen,
der anschließend wieder freigelassen wurde.
Während die Repression
durch Militär und Polizei andauert, bleiben auch die Propagandaorgane
der Beteiligten am internationalen Komplott nicht untätig. Sowohl in
der Türkei als auch in Europa verbreiten Presseorgane und Nachrichtenagenturen
gegenstandslose Nachrichten über unsere Partei. In diesen Falschmeldungen
wird behauptet, dass seit dem 7. Parteikongress Hunderte von Guerillakämpfern
getötet worden seien, unsere Partei sich gespalten hätte, unzählige
Personen die Partei verlassen hätten, andere wiederum von der Partei
inhaftiert und verurteilt worden seien. In den genannten Berichten wird
behauptet, dass es sich bei den Betroffenen hauptsächlich um Frauen
handele. Es wird sogar versucht, eine Brücke zu unserem in Imrali inhaftierten
Vorsitzenden zu schlagen, in dem man diese verlogenen Erklärungen mit
seinem Namen in Verbindung bringt.
Im Zusammenhang
betrachtet wird deutlich, dass unsere Partei und die nationale demokratische
Bewegung einem umfassenden Angriff ausgesetzt ist. Das internationale
Komplott, welches mit der Verschwörung vom 09.10.1998 ihren Anfang nahm,
richtet sich nunmehr gegen unsere Parteiführung und unsere bewaffneten
Kräfte. Mit dem erneuten Washingtoner Gipfeltreffen zwischen KDP und
PUK, sowie dem zeitgleichen Druck auf den Iran, wurde die Verbindung
zwischen den Ereignissen deutlich. Die Kräfte des internationalen Komplotts,
die Kriegsgewinnler sowie die Banden sind wieder in Aktion. Sie zielen
darauf ab, die Bemühungen für Frieden und die demokratische Phase zu
sabotieren. Aus diesem Grund rufen wir alle Unterstützer von Frieden
und Demokratie auf, dieser Situation gegenüber aufmerksam zu sein und
warnen vor verspätetem Handeln. Das unsere Partei sich an den von ihr
erklärten Waffenstillstand hält und unsere Guerillaeinheiten keine Angriffe
durchführen, sondern sich im gegeben Falle lediglich verteidigen ist
bekannt. Die Bilanz der, durch Angriffe seitens der türkischen Armee,
unter der Beteiligung vom KDP und PUK hervorgerufenen Gefechte, wurde
unsererseits stets veröffentlicht. Alle Informationen darüber hinaus,
die über unsere Volksverteidigungseinheiten verbreitet wurden, entsprechen
nicht der Wahrheit. Deshalb sollten unser Volk und Freunde diesen Spekulationen
keinen Glauben schenken.
Es ist uns bekannt,
dass sich am 19. Mai unter der Führung von Süleyman und Zeki eine Gruppe
von zwanzig Personen, darunter vier Frauen, von der Partei abgesetzt
hat. Diese befinden sich mittlerweile bei der PUK. Es ist uns bewusst,
dass diese Gruppe von defätistischen und zersetzenden Kräften, sich
als Handlanger des internationalen Komplotts unter uns befanden. Dies
hatten wir schon in früheren Erklärungen erwähnt. Jetzt versuchen jene
Banden, die Gegner außer- und innerhalb der PKK, sich an Lügen festzuklammern
und einen Sturm im Wasserglas zu entfachen. Damit bezwecken sie die
innere Einheit der Partei zu erschüttern. Es mag sein, dass einige nicht
wissen, wer diejenigen sind, die sich von der Partei losgesagt haben;
aber alle Angehörigen unserer Partei und unser patriotisches Volk wissen
sehr genau, wer diese zersetzenden Seilschaften sind. Es sind jene die
1993 während der Phase des Waffenstillstandes in Bingöl das Vorhaben
einer politischen Lösung sabotiert haben (dort wurden unter der Führung
von Semdin Sakik 33 unbewaffnete Soldaten erschossen, was zur Beendigung
des Waffenstillstandes führte, d.Ü.) Es sind auch die gleichen, die
mit ihrem moralisch nicht vertretbaren Vorgehen der Partei großen Schaden
zufügten. Es sind wiederum die gleichen, die schon damals Mitglieder
in der mit dem Feind kollaborierenden Gruppe von Semdin Sakik waren,
welche nur auf ihren kleinlichen persönlichen Interessen bedacht war.
Aus diesem Grund rufen wir alle zur Wachsamkeit auf. Diejenigen, die
momentan ihre Angriffe auf die PKK fortsetzen, werden bald erkennen,
mit wem sie es wirklich zu tun haben. Sehr bald werden sie ihren Irrtum
und die Irrealität ihrer Berechnungen einsehen.
Auf der anderen
Seite wird versucht diese Vorfälle mit unserem, auf Imrali unter schweren
Lebensbedingungen gefangengehaltenen Vorsitzenden in Verbindung zu bringen.
Dies ist ein Vorgehen, was weder auf moralischer Ebene vertretbar ist,
noch eine angemessene Vorgehensweise darstellt. Behauptungen wie die
Existenz von tiefgreifenden Differenzen innerhalb unserer Partei oder
die Festnahme und Bestrafung von vielen Kämpfern, sind fern jeglicher
Realität. Es ist kein Zufall, dass einige unserer Genossen, welche angeblich
festgenommen worden sein sollen, Mitglieder von bekannten kurdischen
Familien sind. Dies zeigt auf, mit welchen Methoden die psychologische
Kriegsführung arbeitet und welcher Mittel sie sich bedient. Wir sind
eine weltoffene Partei in der sämtliche Diskussionen und Arbeiten in
einem offenen Rahmen durchgeführt werden. Alle Mitglieder unserer Partei,
auch die in den Meldungen namentlich genannten, wissen sehr genau, dass
diese Propaganda und Angriffe auf die Zerstörung der Einheit unserer
Partei abzielt. Diesen Angriffen gegenüber verspüren sie einen großen
Zorn. Die Spekulationen über die Befindlichkeit der weiblichen Mitglieder
unserer Partei sind gegenstandsloser Art. Unsere Genossinnen haben zu
jeder Zeit gezeigt, dass sie eine treu mit unserer Partei und Führung
verbundene Gemeinschaft sind. Dies haben sie in zahlreichen Aktionen
und mit ihrem emanzipatorischen Auftreten mehrmals bewiesen.
Wir rufen nochmals
die Öffentlichkeit dazu auf, ihre Aufmerksamkeit auf die Angriffe gegen
unsere Partei zurichten und sich nicht selbst zum Werkzeug des internationalen
Komplottes zu machen.
An unser
patriotisches Volk!
Auf der Grundlage
der Linie des 7. Kongresses entwickelt unsere Partei einen neuen strategischen
Vorstoß. Deshalb sieht sie sich nun dementsprechenden Angriffen ausgesetzt.
Dies ist eine leicht nachvollziehbare Situation. Unsere Gegner beabsichtigen,
diesen Vorstoß unseres Volkes ins Leere zu führen und unsere nationale
demokratische Entwicklung zu liquidieren. Den Spekulationen hinsichtlich
unserer Partei darf auf keinen Fall Glauben geschenkt werden. Denjenigen,
die uns spalten wollen, muss unsere Einheit und Organisierung entgegengesetzt
werden.
Der heutige Tag
ist der Tag der Verteidigung an dem der Geist des 14. Juli aufs neue
belebt wird. An diesem Tag ist es unabdingbar, sich in diesem Geist
mit dem Kampf und der Partei zu vereinigen. Als Partei und Volk haben
wir das in der Vergangenheit getan. Auch heute und in Zukunft werden
wir fest auf der Linie unserer Führung und unserer Gefallenen voranschreiten
und beweisen, zu welchen Leistungen wir imstande sind.
Auf dieser Grundlage
rufen wir unser patriotisches Volk dazu auf, sich unter der Führung
unseres Vorsitzenden APO und unserer Partei noch enger zusammenzuschließen.
Weiterhin rufen wir dazu auf, die defätistischen Kräfte, die uns vernichten
wollen, zu erkennen und aus unseren Reihen auszuschließen, jegliche
Anstrengungen zur Zerstörung der Einheit unserer Partei vereint entgegenzutreten.