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Neue
Zürcher Zeitung Konflikt innerhalb der PKK
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| ogg. Der
Richtungswechsel Öcalans hat auch innerhalb der PKK zu Zerwürfnissen geführt. Eine Gruppe von Dissidenten, die sich ins ira- kisch-iranische Niemandsland abgesetzt hat, wirft ihren ehemaligen Parteigenossen den Ausverkauf des kurdischen Kampfes um Selbstbestimmung vor. Indem die PKK den auf Imrali inhaftierten Öcalan als Parteichef bestätigt habe und seine Weisungen befolge, habe sie sich dem Diktat Ankaras unterwor- |
fen, so
das ehemalige Mitglied des Zentral- komitees Ayhan Ciftci. Denn niemand könne überprüfen, ob Öcalan die Anweisungen, die er über seine Anwälte an die Partei übermittle, freiwillig gebe oder Befehlen des türkischen Sicherheitsapparats gehorche. Die türkische Regierung brauche nur mit der Vollstreckung des Todesurteils gegen Öcalan zu drohen, um die PKK auf Kurs zu bringen. |
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| Derzeit
sollen deswegen etwa 30 Personen wegen dissidenter Meinungen in einem Par- teigefängnis inhaftiert sein, was von der PKK- Führung allerdings heftig bestritten wird. Um die parteiinterne Opposition in Schach zu halten, habe der Führungsrat die «Organisa- |
tion für
nationale Sicherheit» aus der Taufe gehoben, deren Aufgabe es sei, Kritiker mit Waffengewalt zum Schweigen zu bringen, sagt Ciftci. Ehemalige Guerilleros berichten, dass ihnen die Flucht nur unter grossen Ge- fahren gelungen ist. |
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| Unterdessen
hat die PKK-Führung die partei- interne Auseinandersetzung bestätigt und gleichzeitig bekannt gegeben, dass der Kon- flikt inzwischen beigelegt sei. Welches Aus- mass der Richtungsstreit tatsächlich hat, lässt sich schwer beurteilen. Neben der Gruppe um die früheren ZK-Mitglieder Ayhan Ciftci, Sait Cürükkaya und Yildirim Kaya, die |
sich unter
dem Namen Freiheitsinitiative zu- sammengeschlossen hat, haben sich in den letzten zwei Jahren 145 Kämpfer abgesetzt. 30 weitere waren es nach KDP-Angaben al- lein im Januar dieses Jahres. Unter Vermitt- lung der irakisch-kurdischen Parteien sind im letzten Jahr 60 Kämpfer zu ihren Familien nach Syrien und in die Türkei zurückgekehrt. |
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| Zusammen
mit denjenigen, die seit Mitte der neunziger Jahren flohen, steigt damit die Zahl der Dissidenten auf rund 400. Da- zu kommen die Kämpfer, die unerkannt in die Türkei, nach Iran oder in den Irak zu- rückkehren konnten. Ihre Motive sind so verschieden wie ihre Herkunft. Die einen haben die Strapazen des Guerillalebens satt, vor allem Jugendliche plagt das Heim- weh, andere wiederum wollen ihre politi- |
schen
Utopien nicht preisgeben. Einig sind sie sich in einem Punkt: Alle wollen ein Ende des Blutvergiessens unter den Kurden. Auch will niemand den bewaffneten Kampf gegen die Türkei wieder aufnehmen. Sogar die For- derung nach Aufnahme der Türkei in die Eu- ropäische Union stösst auf Zustimmung. «Wenn sich die Türkei demokratisiert, indem sie der EU beitritt», sagt Ciftci, «dann kann das kurdische Volk nur gewinnen.» |