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junge
Welt Reden
über sexuelle Folter Prozesse und eine Hetzkampagne in türkischen Medien sollen Frauen zum Schweigen bringen
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Mittwoch wird im Istanbuler Schwurge- richt der Prozeß gegen 18 Frauen und einen Mann fortgeführt. Das Verfahren wurde im März vergangenen Jahres eröffnet. Den An- geklagten wird vorgeworfen, den türkischen Staat und seine Sicherheitskräfte verun- glimpft und verleumdet zu haben. »Bei der Festnahme wurde ich in ein Hinterzimmer des Polizeireviers gebracht. Sie begannen mich zu schlagen und mißhandelten mich mehrmals sexuell. Sie vergewaltigten mich |
mit
einem Knüppel. Manchmal zogen
sie mich völlig nackt aus und schütteten kaltes Wasser über mich.« Wie Nasle Top berichteten noch weitere Angeklagte im Jahr 2000 auf einem Kongreß zum Thema sexuelle Folter von ähn- lichen Erfahrungen. Der türkische Staat duldet solche Aussagen nicht und setzte, obwohl der Kongreß genehmigt war, den Justizapparat in Gang. Allerdings wurden die bisherigen vier Prozeßtermine wegen fehlender Beweismittel immer wieder vertagt. |
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Frauen haben den Finger in die Wunde gelegt. Daß nun ein Verfahren gegen sie selbst eröffnet wird, empfinden sie wie einen zweiten Freispruch für die Täter«, meinte die Anwältin des deutschen FrauenRechtsBüros gegen sexuelle Folter e.V., Jutta Hermanns. Aber damit nicht genug. Das Staatssicher- heitsgericht will in weiteren Prozessen prüfen, ob die Anwältinnen des türkischen Projekts »Rechtliche Hilfe für Frauen, die durch staat- liche Sicherheitskräfte vergewaltigt oder auf andere Weise sexuell gefoltert wurden« durch |
die
Verwendung des Begriffs »kurdisch« gegen die Antiterrorgesetze verstoßen haben. Eren Keskin, Fatma Karakas und vier weitere Frau- en sollen damit »separatistische Propaganda und Aufstachelung zu Haß und Feindschaft« betrieben haben. Außerdem ermittelt die türki- sche Staatsanwaltschaft seit März diesen Jah- res gegen Frau Keskin wegen einer Rede im Ausland. Die Vorsitzende des türkischen Men- schenrechtsvereins Istanbul (IHD) sprach auf einer Veranstaltung zum 8. März in Köln über die Erfahrungen der Projektarbeit. |
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Fall einer Verurteilung droht den Anwältin- nen zu drei Jahren Haft sowie der Entzug ih- |
rer Lizenz. Dadurch wäre die Arbeit des Rechtshilfeprojekts massiv beeinträchtigt. |
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| Zugespitzt
wird die Situation durch eine Hetz- kampagne der türkischen Medien gegen Eren Keskin. Während ihres Deutschlandaufent- halts im März schrieb unter anderem der Jour- nalist Fatih Altayli in einem Kommentar der Zeitung Ikinci: »Ich denke, wenn Eren Keskin |
zurück
kommt, wird sie ihre sexuelle Belästi- gung bekommen. Vielleicht ist es ja das, was sie will, für sich selber will.« Daß Fatih Altayli wegen seiner Äußerungen vor Gericht gestellt wird ist kaum anzunehmen. |
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Weitere Informationen: www.mediensyndikat.de/prozess und FrauenRechtsbüro gegen sexuelle Folter e.V., Friedelstr.52, 12047 Berlin |
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