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Erklärungen und persönliche Stellungnahmen derjenigen Angehörigen der kurdischen Volksverteidigungskräfte, von denen behauptet worden war, sie seien in "Gefangenschaft bei der PKK" und von dieser mit dem Tode bedroht.

aus »Özgür Politika« vom 23.7.2000

Vorbemerkung von YEK-KOM, Föderation Kurdischer Vereine in Deutschland

"Mit dieser Veröffentlichung hoffen wir, zur Klärung der Sachlage beizutragen und zu helfen, die Unhaltbarkeit der Denunziationen und Gerüchte, die seit knapp zwei Wochen auch in der Bundesrepublik in Umlauf gesetzt worden sind, zu belegen."


»Das Ziel dieser Kampagne ist Diffamierung«

 

"Siebenundzwanzig Guerilla-Angehörige, über die in jüngster Zeit behauptet wurde, dass sie Gefangene der PKK wären, erklärten,   diese Behauptungen seien Auswirkungen des internationalen Komplotts."

     
"Am 21.Juli gaben 27 Guerilla-Angehörige, über die in den letzten Tagen sowohl in der türki-
schen als auch in der deutschen Presse spe-
kulative Nachrichten verbreitet wurden, eine Erklärung an die Öffentlichkeit ab. In ihrer Er-
  klärung weisen sie darauf hin, dass das inter-
nationale Komplott noch immer aktiv sei. Es sei dessen Ziel, die PKK zu liquidieren und den PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan zu isolieren, um seine Hinrichtung möglich zu machen.
     
Weiter erklären sie, daß Doktor Süleyman und Kücük Zeki (ehemalige Guerilla-Angehörige, d.Ü.), die (im Mai dieses Jahres) die Organisa-
  tion verlassen hätten, sich innerhalb der PKK als Handlanger dieses internationalen Komplotts betätigten. In der Erklärung heißt es weiter:
     

"Diese Provokateure beabsichti-
gen, Schwächung und Desorga-
nisierung zu verbreiten, um die Führungsrolle der PKK bei der gesellschaftlichen Entwicklung zu schwächen. ... Sie haben Lügen und Beschuldigungen verbreitet, um das internationale Komplott zu unterstützen"

"Es ist offensichtlich, dass diese Deserteure die Zielsetzung ver-

 

folgen, die neue Phase und die Friedensbemühungen unserer Partei zu sabotieren. Daher be-
mühen sie sich, in der Gesell-
schaft Unsicherheit und Miss-
trauen zu entwickeln, und haben mit diesem Ziel die Namen einer Anzahl von Genossinnen und Genossen von uns in der Presse veröffentlicht, mit der Behauptung, wir würden von der Partei einer Untersuchung unterzogen."

   
In der Erklärung, in der diejenigen als Kriegs-
gewinnler bezeichnet werden, die diese An-
schuldigungen sofort als wahr akzeptiert und darüber berichtet haben, wird darauf hinge-
  wiesen, dass die Behauptungen mit der Absicht verbreitet wurden, die namentlich aufgeführten Personen zu zerstören und sie gegen die PKK auszuspielen.
     
Die Guerilla-Angehörigen, die in ihrer an das kurdische Volk und die Öffentlichkeit gerich-
teten Erklärung diejenigen verurteilen, die
  sich instrumentalisieren ließen und diese Be-
hauptungen veröffentlicht haben, beschließen ihre Stellungnahme wie folgt:
     

"Unser Volk, unsere Freundinnen und Freunde und die Öffentlich-
keit müssen wissen, dass unsere Partei, die eine 30jährige helden-
hafte Kampfgeschichte hat, ihre

 

neue Kampflinie auch heute mit Erfolg weiterverfolgen und die Li-
quidation und den Defätismus zu verurteilen wissen wird."

     
Diese Erklärung wurde von folgenden Mit-
gliedern der Volksverteidigungskräfte unterschrieben:
Faruk Bozkurt (Nasir), Gülsen Bas (Peyman Devrim), Sükran Biner (Jiyan Deniz), Reyhan Yildirim (Helin), Sehnaz Altun (Sakine Batman), Bedriye Tepe (Veroz), Baran Bingöl (Xoryas), Hatun Turhalli (Zeynep), Nazime Adtürk (Dev-
ran), Derya Kül (Berivan), Sirin Dalduman, Zü-
beyde Ersöz (Dorsin), Etem Karakurt, Remzi
  Ralyecin (Berxedan), Engin Karaaslan (Haydar), Mesut Buldan (Rojhat, Neffe von Necdet Bul-
dan), Mahmut Karabas (Halil), Murat Tutal, Mahmut Evran (Seyit), Yücel Zeydan (Rüstem, Sohn von Mustafa Zeydan), Cesim Elma (Çek-
dar), Demirhan Aslan, Metin Yazar (Çetin, Neffe von Feridun Yazar), Dogu Sen (Raman, Sohn von Nuray Sen), (Kemal, Sohn des Bürge-
rmeisters von Van) Bayram Ike (Semdin, Neffe des Bürgermeisters von Yüksekova)"

 

Weiterhin veröffentlichte Özgür Politika ebenfalls am 23.Juli die persönlichen Stellungnahmen von Mahmut Evran (Seyit), Baran Bingöl (Xoryas), Engin Karaaslan (Haydar), Mesut Buldan (Rojhat) und Metin Yazar (Çetin). Özgür Politika hat mit diesen Guerillakämpfern über die Vorwürfe gespro-
chen.

Mahmut Evran (Seyit):

"Mein Name innerhalb der Partei ist Seyit. Ich habe die Universität abgeschlossen. Abgesehen davon, daß ich nicht von der Partei gefangen genommen wurde, habe ich bislang auch keinen Rechenschaftsbericht über irgendein Vergehen schreiben müssen. Die Absicht derartiger Be-
hauptungen ist, die Bevölkerung zu verunsichern, Ver-
wirrung zu verbreiten und die Atmosphäre zu vergiften.

In ihrem langjährigen Kampf hat die PKK eine Volks-
bewegung geschaffen. Diese Bewegung kann überall ihre Kraft zeigen und von großem Einfluss sein. Es hat sich erwiesen, dass die gefassten Beschlüsse für die Lösung des Problems auch vom Volk als "machbar" empfunden werden (gemeint ist die Friedenslösung, d.Ü.) und (zur Unterstützung) Aktionen unternommen werden, die bis zu Selbstverbrennungen gehen.

Die aktuellen Spekulationen werden benutzt, um dieses Einvernehmen zu trüben. Sie (die Spekulationen, d.Ü.) werden von bestimmte Zentren aus gelenkt. Uns ist be-
kannt, mit welchen (egoistischen) Zielen die Deserteure in die Partei eingetreten sind, und wann und wie sie aus denselben Gründen später desertiert sind.

Nachdem sie ihre Positionen verloren hatten, haben sie sich erneut in die Strukturen, aus denen sie kamen, zurückbegeben. In jüngster Zeit zielen neben den USA und der Türkei gemäß ihrer Politik auch einige Kräfte im Mittleren Osten darauf ab, die PKK zu unterwandern und eine depressive Situation zu schaffen, um damit innere Fäulnis und Zerfall zu verursachen.

Sie versuchen speziell, unsere Familien zu beeinflussen. Meine Familie braucht in keiner Weise (um mich) besorgt zu sein! Wenn meine Angehörigen mich sehen wollen, kann ich ihnen sogar eine Adresse geben."

Baran Bingöl (Xoryas):

"Seit geraumer Zeit bin ich in den Reihen der Partei. Auch gegenwärtig bin ich in keiner Weise unter Druck, gefangen oder einer ähnlichen Situation ausgesetzt.

Die Deserteure sind Personen, die keinen Glauben an die Revolution, an das Volk, an den Vorsitzenden und an die Partei haben. Auf der Welt gibt es keinen Ort, an dem man sich freier fühlt als bei der PKK. Auch für die Frauen innerhalb PKK ist kein Ort außerhalb der Partei vorstell-
bar, an dem sie frei leben und atmen könnten!

In diesem Sinne kann ich die erhobenen Vorwürfe nur mit Nachdruck dementieren und sagen, dass sie alle jegli-
cher Grundlage entbehren. Das Ziel der Veröffentlichung dieser Behauptungen ist die Beeinflussung der Familien, der Verwandten und sogar der Menschen aus derselben Heimatregion. Ich als jemand, der aus Bingöl kommt, glaube, dass der patriotische Kern unseres Volkes, der sich in der jüngsten Geschichte ausgebildet hat, immer (andere Elemente) überwiegen wird. Wenn Bingöl Saits und Selim Çürükkayas hervorgebracht hat, darf nicht vergessen werden, dass aus Bingöl auch Helden wie Karasungur, Hayri und Hüseyin Durmut gekommen sind."

Engin Karaaslan (Haydar):

"Seit langen Jahren kämpfe ich in den Reihen der PKK. Ich habe keine Informationen darüber, dass ich fest-
genommen worden bin, und niemand hält mich gefangen. Wie Sie sehen, stehe ich heute hier vor Ihnen und führe meine Bildungstätigkeiten fort. Somit erkennen Sie die Absicht dieser Propaganda, unsere Partei von innen heraus zu schwächen und die Familien und Teile des Volkes, die den Kampf der Partei unterstützen, von ihr abzuspalten; endlich soll durch eine solche Schwächung der Partei der Vorsitzender die Unterstützung verlieren. Wenn diese Bemühungen auch scheinbar nur von ein paar Liquidatroren gesteuert werden, verbirgt sich doch dahinter ein System und ein Komplott. Das tritt immer deutlicher zum Vorschein. Unsere Partei ist in ihrem 30jährigen Kampf bis heute durch viele kritische Phasen gegangen. Unser Volk kennt die Geschichte der Partei und ihre Widerstandsmöglichkeiten. Ich hoffe, dass unser Volk auch in der bevorstehenden Zeit mit seinem prakti-
schen Kampf beweisen wird, dass es auf der Seite des Parteivorsitzenden und der Partei steht."

Mesut Buldan (Rojhat):

"Mein Name ist Mesut Buldan, mein Name innerhalb der Organisation Rojhat Gever. Seit sechs Jahren kämpfe ich in den Reihen der PKK. Man beachte, dass die Namen (der veröffentlichten Liste, d.Ü.) sorgfältig ausgewählt wurden. Dahinter steht die Absicht, die Partei intern zu spalten und die patriotischen Familien von der Partei ab-
zusplittern. Es ist die Weiterführung der seit längerem gegen unsere Partei und unsere Revolution entwickelten internationalen Komplottszenarien.

Im Bezug auf meine Familie, vor allem, was die Äuße-
rungen meines Onkels in der letzten Zeit angeht - er selbst war seit geraumer Zeit mit dem Kampf und hat aus seiner Sicht auch in einem gewissen Maß Anstrengun-
gen in dieser Richtung unternommen: Es ist notwendig, dass er sich, seine Stellung achtend, aus der Gegen-
position gegenüber der neuen Phase losreißt.

Als ein Familienmitglied möchte ich ihm sagen, dass er sich für diese Art von Haltungen und Provokationen nicht instrumentalisieren lassen sollte. Zu meinen anderen Familienangehörigen möchte ich sagen, dass die Schmerzen beider Völker begonnen haben, nachzu-
lassen, und dass sie sich in dieser Phase bis zuletzt am (politischen) Kampf beteiligen müssen. Ich glaube, dass sie hierfür jede Opferbereitschaft zeigen werden. Ich möchte allen meinen Respekt und meine Grüße über-
mitteln."

Metin Yazar (Çetin):

"Ich bin 1968 in Urfa geboren. 1989 habe ich die Univer-
sität verlassen und mich der Partei angeschlossen. Das Ziel der gegenwärtigen Kampagne ist, unsere Partei zu spalten, was sie (ihre Gegner, d.Ü.) seit langen ersehn-
ten aber bis heute nicht erreichen konnten. Obwohl sie meinen Namen kennen, bezeichnen sie mich mit dem Namen meines Onkels Feridun Yazar, der eine Zeitlang Parteivorsitzender der HEP war. Gegenwärtig erfülle ich meine Aufgaben.

Die Absicht dieser "Nachrichten" ist, dass in der Region, in der meine Familie lebt, ein negativer Einfluß ausgeübt wird. Die Deserteure jedoch werden nicht einmal von ihren Familien beachtet werden! Unser nationaler Be-
freiungskampf hat im kurdischen Volk das Bewusstsein einer Einheit geschaffen. Um diese Einheit zu zerstören, gibt es große Bemühungen, sowohl von äußeren als auch von inneren Kräften. Ich möchte auf die Notwendig-
keit hinweisen, dass die Patrioten an solche Sachen nicht glauben sollten und sie sich nicht von diesen Machenschaften beeinflussen lassen sollten. Im Gegen-
teil, sie sollten mehr als je zuvor sich des (politischen) Kampfes annehmen."