Aus: Kurdistan-Rundbrief,
Nr. 11, Jg. 12,
2. Juni 1999
Zahlen aus 'Mehmets Buch'
Zitiert aus:
Nadire Mater
Mehmets Buch - Soldaten, die im Südosten Krieg geführt
haben, erzählen
Mehmedin Kitabi - Güneydogu'da savasmis askerler anlatiyor
| "Der Botschafter Uluc
Özülker, verantwortlicher stellvertretender Staatssekretär für gegenseitige
politische Beziehungen beim Außenministerium hat in einer Erklärung, die
er vor kurzem gemacht hat, folgendes festgestellt: Für den Krieg der Türkei
gegen die PKK stiegen in den letzten 14 Jahren die Ausgaben auf 96 Milliarden
Dollar an. Das entspricht fast den gesamten Auslandsschulden. Nach Erklärungen
von Armeeverantwortlichen betragen die Ausgaben der Türkischen Steitkräfte
für den Kampf gegen den Terrorismus täglich 1,25 Millionen Dollar. Dabei
sind die Ausgaben für die Gendarmerie und anderen Einheiten der Sicherheitskräfte
nicht mit eingeschlossen. (...) Im Südosten wurden 6.153 Siedlungseinheiten
(dieser Begriff ist sehr umfassend, darunter fallen sowohl Dörfer und
Weiler, als auch einzelne Höfe; d.Ü.) entvölkert, 2 322 Schulen und
160 Gesundheitsstationen -und Häuser geschlossen. Die Viehzucht und Landwirtschaft
ist nahezu zum Erliegen gekommen." (14.11.1998, Hürriyet; Buch, S. 260) |
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"Vor den Staatssicherheitsgerichten sind in den letzten 4 Jahren Verfahren gegen 2.333 Personen unter 18 Jahren durchgeführt worden. (...) Nach der Statistik des Justizministerium sind
Von den 15- bis 17-jährigen kamen
Nach der Statistik des Ministeriums wurden von 1989 bis heute insgesamt gegen 145.231 Menschen - einschließlich der Kinder - Verfahren vor den Staatssicherheitsgerichten durchgeführt. So wurden
(12.8.1998, Anadolu Presseagentur; Buch, S. 262) |
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"Vor allem im Ausnahmezustandsgebiet ist die Zahl von Verschwundenen in Polizei -und Gendarmeriegewahrsam seit 1990 angestiegen. An den Menschenrechtsverein sind die bis heute offiziell gestellten Anträge (auf Untersuchung von Verschwundenen, d.Ü.) auf 543 angestiegen. Der Menschenrechtsverein geht davon aus, daß diese Zahl nicht der wirklichen Anzahl der Verschwundenen entspricht, da besonders im Ausnahmezustandsgebiet nicht alle Angehörigen die Möglichkeit haben, sich offiziell an den Menschenrechtsverein zu wenden. Bei 520 Menschen ist es erwiesen, daß sie im Gewahrsam 'verschwunden' sind. (....) Aufgelistet nach Jahren sieht das so aus:
(Samstagsmütter, ... geschichtlicher Abriß; Buch, S. 265) |
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"Vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte sind die Verfahren gegen die Türkei auf 2 200 angestiegen. Die Türkei wurde bisher bei abgeschlossenen Verfahren dazu gezwungen, annähernd 5 Billionen (wahrscheinlich Lira; entspricht dann etwa 10 Millionen DM) zu zahlen. Daneben gibt es eine Steigerung der Anträge vor der europäischen Kommision für Menschenrechte, an die zunächst - vor Eröffnung des Verfahrens vor dem Gerichtshof - ein Antrag gestellt werden muß. Von 3 individuellen Anträgen richtete sich einer gegen die Türkei. Während
Die
Türkei wurde am meisten beklagt wegen Folter, Meinungs -und Pressefreiheit,
sowie wegen Themen in Zypern und im Südosten... Bei den meisten Verfahren,
die vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg geführt
und bei denen die Türkei schuldig gesprochen worden ist, handelt es sich
um "Präzedenzfälle", die in zukünftigen Verfahren gegen die Türkei als
Beispiel herangezogen werden. Bei diesen Verfahren ist das herausragendste
Beispiel das "Verfahren des Dorfes Elekci". Da die Türkei in diesem Verfahren
für schuldig gesprochen worden ist, haben auch alle anderen aus wegen
niedergebrannten und entvölkerten Dörfern das Recht erhalten, sich an
den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu wenden. Die Türkei
wird danach bei jedem Verfahren wegen der Entvölkerung eines Dorfes zu
dem "Neuaufbau" verurteilt werden. |