"Unser Wasser- Kassel"
Initiative Bürgerbegehren gegen die Privatisierung von Wasser in der Region

HNA 16.9.2004

"Gewinner sind die Stromgiganten"

Leserbrief zum privatisierten Markt


 

Es verwundert, dass nun plötzlich angesichts steigender Strompreise alle - selbst Vertreter der Wirtschaft - nach Kontrolle der Energiekonzerne schreien. Dabei ist es doch gerade Bestandteil des neoliberalen wirtschaftlichen Systems und der Privatisierung von Dienstleistungen, sämtliche staatlichen Kontrollen abzubauen. Soziale Preisstaffelungen, Preisbegrenzungen, Umweltauflagen etc. werden bei der Welthandelsorganisation, in der auch die Verhandlungen zum Handel mit Dienstleistungen stattfinden, als unzulässige Handelsbeschränkungen bezeichnet. Ziel der Privatisierung von Dienstleistungen ist der völlig freie und deregulierte Markt, von dem man sich erhofft, dass durch ihn die Preise schon von selbst nach unten gehen und wir alle letztlich davon profitieren. Dieses entpuppt sich jedoch mehr und mehr als Mythos. Die einzigen Gewinner sind die großen Stromgiganten.

Was wir brauchen, ist eine grundsätzlich andere Politik. Nicht ein bisschen staatliche Kontrolle hier und da, sondern ein Staat, der die lebenswichtigen Dienstleistungen wie zum Beispiel Gesundheit, Bildung und Wasserversorgung wieder zu seiner Aufgabe erklärt und dafür sorgt, dass sie allen zur Verfügung stehen und für alle bezahlbar bleiben. Die sogenannten Reformen gehen leider alle in eine andere Richtung. Mit "sozialer" Marktwirtschaft hat das alles immer weniger zu tun.

Dr. Ruth Gütter, Kassel