"Unser Wasser- Kassel"
Initiative Bürgerbegehren gegen die Privatisierung von Wasser in der Region

30.4.2005

Grundwasser nicht gleich Trinkwasser

Leserbrief zum HNA-Artikel "Wasser sparen ist kostspieliger Unsinn"


 

Klar gibt es ein Problem, wenn etwa nach der Auflösung der Kaserne in Fuldatal Einnahmen für Trinkwasser und Abwasser entfallen und die Leitungsnetze sich als zu groß erweisen.

Dennoch zeugt die Schlagzeile auf der Titelseite der HNA von einem Tunnelblick, denn Grundwasser ist zwar reichlich da, aber nicht umsonst legen die Städtischen Werke teure Rohre bis in den Reinhardswald und kämpfen mit Zähnen und Klauen für das Recht, dort Trinkwasser zu gewinnen.

In Kassel selbst ist das Grundwasser längst nicht mehr als Trinkwasser nutzbar. Sind die Schadstoffe von Industrie oder Landwirtschaft erst einmal ins Grundwasser gelangt, bleiben sie ewig drin. – Kassel kann ein Lied davon singen, wie teuer die Sanierung von Altlasten ist.

Gutes Trinkwasser ist ein kostbares Gut, das auch nicht durch Flaschenwasser mit dessen Anfälligkeit für Keimbildung zu ersetzen ist. Brauchwasser wäre ein anderes Thema, aber derzeit haben wir eben nur ein einziges Leitungssystem.

Die indirekte Ermunterung zum verschwenderischen Umgang von Wasser wird sehr leicht zur Latrinenparole.

Gerade wegen des engen Zusammenhangs zwischen Trinkwasserqualität und Grundwasserschutz muss jeder vernünftige Mensch strikt gegen jede Art der Privatisierung sein, denn dann fallen diese beiden Dinge zwangsläufig auseinander.

Veronika Baier, Kassel