Keiner
der Energiekonzerne, die sich so lebhaft für die Stadtwerke interessieren, beabsichtigt
Geschenke zu verteilen. Sie beabsichtigen, den Kaufpreis plus einen
satten Gewinn zurückzubekommen. Dieses Geld wird nicht der
Oberbürgermeister bezahlen und auch nicht sein Kämmerer,
sondern alle, die Strom, Gas, Wasser nicht selbst produzieren – das
bedeutet schlicht: zeitweilige (!) Schuldenminderung der Stadt
aus den Taschen der Bürger.
Die 60 Mio aus dem ersten
Anteilsverkauf sind längst weg;
jährlich geht ein Viertel der Gewinne der Stadtwerke verloren
(von 2000- 2005 insgesamt 21 Mio Euro!); die Schulden der Stadt
dagegen sind geblieben.
Nebenbei: woher sollen
in Zukunft – nach dem Verkauf der
Stadtwerke – die jährlichen 12 Mio Euro Beiträge
für die KVG kommen?
Einen
gewissen Charme hätte die Einrichtung eines Bürgerfonds
zum Rückkauf des Vattenfall-Anteils: bei einer Verzinsung
von 5 Prozent auf 60 Mio Euro müssten die Städtischen
Werke mit 3 Mio Euro jährlich weniger Gewinn an investierende
Bürger abführen als die jetzigen 4 Mio an Vattenfall.
Soviel
Lokalpatriotismus wie in der bitterarmen Ruhrpott-Kommune Herten
könnte
es auch in Kassel geben. Es wäre einen Versuch wert. Veronika
Baier, Kassel
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