"Unser Wasser- Kassel"
Initiative Bürgerbegehren gegen die Privatisierung von Wasser in der Region

HNA 11.8..2006


Schuldenminderung aus der Tasche der Bürger
Leserbrief zu umstrittenen Verkauf der Stadtwerke

 

Keiner der Energiekonzerne, die sich so lebhaft für die Stadtwerke interessieren, beabsichtigt Geschenke zu verteilen. Sie beabsichtigen, den Kaufpreis plus einen satten Gewinn zurückzubekommen. Dieses Geld wird nicht der Oberbürgermeister bezahlen und auch nicht sein Kämmerer, sondern alle, die Strom, Gas, Wasser nicht selbst produzieren – das bedeutet schlicht: zeitweilige (!) Schuldenminderung der Stadt aus den Taschen der Bürger.

Die 60 Mio aus dem ersten Anteilsverkauf sind längst weg; jährlich geht ein Viertel der Gewinne der Stadtwerke verloren (von 2000- 2005 insgesamt 21 Mio Euro!); die Schulden der Stadt dagegen sind geblieben.

Nebenbei: woher sollen in Zukunft – nach dem Verkauf der Stadtwerke – die jährlichen 12 Mio Euro Beiträge für die KVG kommen?

Einen gewissen Charme hätte die Einrichtung eines Bürgerfonds zum Rückkauf des Vattenfall-Anteils: bei einer Verzinsung von 5 Prozent auf 60 Mio Euro müssten die Städtischen Werke mit 3 Mio Euro jährlich weniger Gewinn an investierende Bürger abführen als die jetzigen 4 Mio an Vattenfall.

Soviel Lokalpatriotismus wie in der bitterarmen Ruhrpott-Kommune Herten könnte es auch in Kassel geben. Es wäre einen Versuch wert.

Veronika Baier, Kassel