Kassel. Die
Frage steht seit nunmehr fast zweieinhalb Jahren im Raum: Was
wird aus Kassels Bädern? Drei Hallen- und drei Freibäder
leistet sich die Stadt, und keines davon ist baulich und anlagentechnisch
auf dem neuesten Stand.
Auf 18,1 Millionen Euro, das haben die Städtischen Werke
ermittelt, summiert sich inzwischen der Investitionsstau. Dabei
geht es nicht um Geld für Luxussanierungen, sondern nur
um Geld für dringend notwendige Reparaturen. Seit der Vorlage
des Gutachtens sind schon wieder 17 Monate vergangen. Verbessert
hat sich der Zustand der Bäder seither nicht.
Vor
allem die großen Parteien sind nicht scharf darauf,
sich mit dem Thema zu beschäftigen. Der frühere Oberbürgermeister
Georg Lewandowski (CDU) lehnte die Schließung auch nur
eines Bades kategorisch ab. Er plädierte stattdessen für
eine schrittweise Sanierung. Taten folgten den Worten allerdings
nicht.
Erst
die Liberalen griffen das heiße Eisen wieder auf -
und zwar im Kommunalwahlkampf: Sie forderten den Abriss des Stadtbades
Mitte. Über den Verkauf des in der Nachbarschaft des City-Point
gelegenen Innenstadtgrundstücks (Wert: circa vier Millionen
Euro) könne der Bau eines neuen, wettkampftauglichen
Bades am Nordrand des Kulturbahnhofes zumindest teilweise
finanziert
werden.
Der
Vorstoß hat den neuen Oberbürgermeister Bertram
Hilgen (SPD) in Zugzwang gebracht. Zwar äußerte er
sich nicht zu der Forderung, doch er spannte die Werke erneut
ein. Diesmal geht es ans Eingemachte. Die neue Expertise soll
Aufschluss darüber bringen, welcher Bedarf an Bädern
in Kassel besteht. Bis zum Sommer sollte das Papier vorliegen.
Jetzt ist Sommer. Doch das Gutachten ist noch nicht fertig. "Nach
der Sommerpause wird es vorliegen", sagt Rathaussprecher
Hans-Jürgen Schweinsberg auf Anfrage unserer Zeitung. Egal,
zu welcher Entscheidung die Experten der Werke kommen, der Inhalt
wird für Diskussionen sorgen. Denn die Aufgabenstellung
der Experten lässt auch unpopuläre Szenarien zu: die
Schließung eines oder mehrerer Bäder.
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