Hintergrund
Die Preise
Preise
für einen Vier-Personen-Haushalt pro Kubikmeter beim Verbrauch
von 150 Kubikmeter im Jahr:
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Städtische
Werke Kassel
Mainova
(Frankfurt)
SW Gießen
SW Gelnhausen
SW Oberursel
SW Herborn
enwag
Wetzlar
SW Eschwege
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2,27
Euro
2,29
Euro
2,33
Euro
2,40
Euro
2,41
Euro
2,45
Euro
2,52
Euro
2,63
Euro
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Dies sind nicht die Höchstpreise
in Hessen, sondern die Preise, die laut Rhiel ungerechtfertigt
hoch sind. (wet)
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Frankfurt. Hoffnung
für rund eine Million hessische Wasserkunden: Wirtschaftsminister
Alois Rhiel (CDU) als hessischer Hüter des Kartellrechtes
legt acht Wasserversorgern Daumenschrauben an: In Kassel, Eschwege,
Wetzlar, Gießen, Oberursel, Gelnhausen, Frankfurt und Herborn
sollen die Wasserpreise um 25 bis 40 Prozent sinken. Als Erste
hat die Wetzlarer enwag eine Preissenkungsverfügung bekommen.
Danach muss die enwag ihren Wasserpreis um knapp 30 Prozent senken.
Davon würden 52 000 Bürger profitieren, sagte Rhiel
gestern in Frankfurt.
Anders
gesagt: ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt müsse
pro Kubikmeter 69 Cent weniger zahlen, das sind 1,83 statt 2,52 Euro,
rund 110 Euro weniger im Jahr. Mindereinnahmen für die enwag:
rund 1,6 Mio. Euro.
Jahrelang
haben Rhiels Mitarbeiter Wasserpreise von 270 Unternehmen in
der ganzen Republik verglichen und dabei all das berücksichtigt,
was Betroffene gern anführen zur Rechtfertigung: lange Wasserleitungen,
hohes Gefälle und teure Pumpen, die Zahl der Hausanschlüsse
und ähnliches. Verglichen wurde laut Rhiel nur, was auch
vergleichbar ist. Bei Wetzlar ist das zum Beispiel Montabaur,
wo die Kunden 1,66
Euro zahlen.
Die
enwag zweifelt die Vergleichbarkeit aber an: "Wir legen
Beschwerde ein beim Oberlandesgericht", sagte Geschäftsführer
Wolfgang Schuch auf Anfrage, "wir hatten die Argumente im Vorfeld
Punkt für Punkt widerlegt."
Musterverfahren
Für beide Seiten ist das anstehende Verfahren letztlich ein
Musterverfahren, beide Seiten sind überzeugt, es zu gewinnen.
Bei den anderen Unternehmen, also auch in Kassel und Eschwege, ist
das Ministerium mit der Prüfung noch nicht so weit, für
sie dürfte der Ausgang vor Gericht daher eine wichtige Rolle
spielen. Sollte Rhiels Verfügung im Sommer nächsten Jahres
rechtskräftig werden, dann bekämen die Wetzlarer enwag-Kunden
ungefähr den einer Jahreswasserrechnung entsprechenden Betrag
zurück, so der Minister.
Rhiel
warnt allerdings davor, auf Zeit zu spielen: Das Gesetz gegen
Wettbewerbsbeschränkungen lässt seit 2005 zu, dass Verfügungen
zur Preissenkung auch rückwirkend erteilt werden können.
Davon hat der Minister im Falle von Wetzlar auch Gebrauch gemacht,
die Preise sollen rückwirkend zum 1. Juli 2005 gesenkt
werden.
Rhiel äußerte zugleich die Hoffnung, dass die anderen
sieben Unternehmensleitungen freiwillig die Preise senken. In Offenbach,
Darmstadt und im Main-Kinzig-Kreis sei dies in Verhandlungen in früheren
Jahren gelungen.
Grundsätzlich positiv bewertete der Mieterbund gestern die Ankündigung
Rhiels. Die Wasserkosten machten neben den Hausmeisterkosten in Hessen
mit durchschnittlich 20 Cent pro Quadratmeter und Monat den höchsten
Anteil an den kalten Betriebskosten aus. Auffallend sei beim Wasser
die unglaublich große Spanne. Sie reiche von 13 Cent pro Quadratmeter
und Monat bis über 30 Cent pro Quadratmeter und Monat. Daher
sei es richtig, wenn Rhiel den Wasserversorgern auf den Zahn fühle.
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