"Unser Wasser- Kassel"
Initiative Bürgerbegehren gegen die Privatisierung von Wasser in der Region

HNA 14.11.2008


Versenkung von Salzabwässern
der Firma K+S in Hessen vor dem Aus

Ministerium: Salzlauge gefährdet Grundwasser


 

 

 

 

 

 

 

Kassel. In Hessen zeichnet sich offenbar ein Ende der Versenkung von Salzabwässern der Firma K+S in den Untergrund ab. Außerdem ist es unwahrscheinlich, dass sie in Thüringen wieder aufgenommen wird. Bei der jüngsten Sitzung des runden Tisches zur Werraversalzung erklärte der Abteilungsleiter Wasser und Boden beim Hessischen Umweltministerium, Wenzel Mayer, Plattendolomit im Untergrund könne nicht länger als gesichertes Speichermedium betrachtet werden.

Ein erheblicher Teil der versenkten Salzabwässer sei in den Buntsandstein übergetreten und zum Teil auf diesem Weg als "diffuser Eintrag" in die Werra gelangt. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass langfristig die Trinkwasserversorgung in Mitleidenschaft gezogen werde. Das Wasser sei jedoch nicht akut gefährdet.

Die Erlaubnis gilt weiter

Die Erlaubnis aus dem Jahr 2006, Salzlauge in den Untergrund zu versenken, sei aber weiter gültig. Ihre Rechtmäßigkeit entfalle nicht automatisch, wenn es neue Erkenntnisse gebe, dass das Grundwasser gefährdet sei. Eine neue Erlaubnis dürfte aber derzeit nicht erteilt werden.

Der Leiter des runden Tisches, Professor Hans Brinckmann, stellte klar, dass sich das Gremium nicht mehr nur mit den sieben Millionen Kubikmetern Salzabwasser beschäftigen müsse, die in die Werra eingeleitet worden seien. Rechne man die Versenkungen in den Boden hinzu, spreche man von einer Menge von 14 Millionen Kubikmetern. Der runde Tisch will die von K+S vor zwei Wochen beschlossenen Maßnahmen genauer prüfen. (kle)