Kassel/Berlin.
Der Energiekonzern Vattenfall macht Druck auf die Stadt Kassel,
einen Käufer für seine Minderheitsbeteiligung an den
Städtischen Werken zu finden. Gestern waren die Verkaufsabsichten
Thema im Aufsichtsrat der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs
GmbH (KVV). Die Städtischen Werke gehören Vattenfall
zu 24,9 Prozent. Die Mehrheit von 75,1 Prozent liegt bei der
KVV, die zu 100 Prozent der Stadt Kassel gehört. Ein Interessent
für den Vattenfall-Anteil ist zumindest offiziell nicht
in Sicht.
Dass
erneut ein großer Energieversorger bei den Werken einsteigt,
erscheint auch aus kartellrechtlichen Gründen unwahrscheinlich.
So hat sich zum Beispiel E.on kürzlich von seiner Stadtwerke-Tochter
Thüga getrennt. Ein Konsortium aus mehreren deutschen Stadtwerken
hatte die E.on-Tochter für 2,9 Milliarden Euro übernommen.
Vattenfall
will den Verkauf der Werke-Anteile bis zum Ende des Jahres vom
Tisch haben und hat dazu verschiedene Varianten vorgeschlagen.
Im Gespräch ist ein Kaufpreis von etwa 60 Millionen Euro.
Den genauen Wert ermittelt derzeit Wibera, eine Tochter der Unternehmensberatung
PriceWaterhouseCoopers.
Kämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD) schloss auf Anfrage aus,
dass die Stadt weitere Anteile veräußern werde. Mehrere
Kasseler Politiker hatten sich für einen Rückkauf ausgesprochen.
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