"Unser Wasser- Kassel"
Initiative Bürgerbegehren gegen die Privatisierung von Wasser in der Region

HNA 30.9.2009

Vattenfall will zügigen Verkauf
Noch kein Interessent für Werke-Anteil

Von Claas Michaelis

 

 

 

 

 

 

 

 

Kassel/Berlin. Der Energiekonzern Vattenfall macht Druck auf die Stadt Kassel, einen Käufer für seine Minderheitsbeteiligung an den Städtischen Werken zu finden. Gestern waren die Verkaufsabsichten Thema im Aufsichtsrat der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs GmbH (KVV). Die Städtischen Werke gehören Vattenfall zu 24,9 Prozent. Die Mehrheit von 75,1 Prozent liegt bei der KVV, die zu 100 Prozent der Stadt Kassel gehört. Ein Interessent für den Vattenfall-Anteil ist zumindest offiziell nicht in Sicht.

Dass erneut ein großer Energieversorger bei den Werken einsteigt, erscheint auch aus kartellrechtlichen Gründen unwahrscheinlich. So hat sich zum Beispiel E.on kürzlich von seiner Stadtwerke-Tochter Thüga getrennt. Ein Konsortium aus mehreren deutschen Stadtwerken hatte die E.on-Tochter für 2,9 Milliarden Euro übernommen.

Vattenfall will den Verkauf der Werke-Anteile bis zum Ende des Jahres vom Tisch haben und hat dazu verschiedene Varianten vorgeschlagen. Im Gespräch ist ein Kaufpreis von etwa 60 Millionen Euro. Den genauen Wert ermittelt derzeit Wibera, eine Tochter der Unternehmensberatung PriceWaterhouseCoopers.

Kämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD) schloss auf Anfrage aus, dass die Stadt weitere Anteile veräußern werde. Mehrere Kasseler Politiker hatten sich für einen Rückkauf ausgesprochen.